Ausbildung in Pflegeberufen

Macht es dir Spaß, dich um Andere zu kümmern?

„Bist du ein sehr hilfsbereiter Mensch und macht es dir Spaß, dich um Andere zu kümmern und sie zu umsorgen? Dann bewirb dich in der Pflegebranche! Jeden Tag nach der getanen Arbeit kannst du sicher sein, dass du gebraucht wirst und du der Gesellschaft etwas Positives zurückgibst. Nach deiner Ausbildung in einem Pflegeberuf kannst du dich zudem auf vielseitige Einsatz- und Weiterbildungsmöglichkeiten freuen…
Viele junge Menschen kommen jedoch mit den körperlich sehr anstrengenden und geistig sehr belastenden Anforderungen nicht zurecht. Deshalb solltest du dir darüber bewusst sein, dass ein Beruf im Pflegebereich oft starke Nerven und eine gute körperliche Fitness verlangt. Wenn dich das nicht abschreckt, hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz!“ (Aus einer Anzeige für Pflegeausbildung)

Diese Werbeanzeige unterstellt, viele Pflegekräfte würden aus dem Beruf fliehen, weil sie nicht belastbar genug gewesen wären. Von Pflegekräften wird demnach eine generell hohe Leidensbereitschaft als Eignungskriterium gefordert.

Wenn sich fast 80 Prozent der Pflegekräfte nicht vorstellen können, den Beruf bis zur Rente auszuüben und ein Drittel der Auszubildenden den Beruf gar nicht erst ergreifen will, sind das Alarmzeichen aufgrund anderer Ursachen.

Ausbildungsberufe in der Pflege umfassen viele Berufsbilder

  • Altenpfleger Ausbildung
  • Altenpflegehelfer Ausbildung
  • Erzieher Ausbildung
  • Fachkraft Pflegeassistenz Ausbildung
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger Ausbildung
  • Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Ausbildung
  • Gesundheits- und Krankenpfleger Ausbildung
  • Heilerziehungspfleger Ausbildung
  • Heilerziehungspflegehelfer Ausbildung
  • Kinderpfleger Ausbildung

Ausbildungsgesetz für Pflegeberufe

Ein Lösungsansatz wird in einem neuen Ausbildungsgesetz für Pflegeberufe mit festgelegten Vorgaben für Mindestanforderungen gesehen. Die am 10. Oktober 2018 in Kraft getretene Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PfLAPrV) dokumentiert auf 117 Seiten hohe Anforderungen und Standards dieses Berufes. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe +

„Wir wollen, dass sich möglichst viele für diesen verantwortungs- und anspruchsvollen Beruf entscheiden. Dazu gehört neben einer Ausbildungsvergütung selbstverständlich auch die Abschaffung des Schulgeldes, welches in einem Mangelberuf nichts zu suchen haben.“ Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister.

Das Pflegeberufegesetz gewährleistet eine gemeinsame Grundausbildung, die drei Jahre dauert. Nach einer Grundausbildung folgt die fachspezifische Ausbildung, in der das Spezialwissen für die Alten-, die Kranken- und die Kinderkrankenpflege an die Pflegeschüler vermittelt wird. Die vorher getrennt geregelten Pflegeausbildungen wurden zu einer hochwertigen Pflegeausbildung zusammengelegt. Die drei großen Bereiche, um die es im Pflegeberufe Gesetz geht, sind die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. Nach der staatlichen Abschlussprüfung führen die Fachkräfte die Berufsbezeichnung “Pflegefachmann” oder “Pflegefachfrau”.

Das Gesetz tritt gestuft in Kraft
Am 01.01.2018 begann der erste Ausbildungsjahrgang.
Start der neuen Pflegeausbildung ist offiziell Anfang 2020.

Vielmehr äußerte sich ein hohes Maß an Motivation. “Es steckt sehr viel Idealismus in den Antworten, sehr viel Interesse an dem Beruf, an der medizinischen und pflegerischen Seite.”

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe

Bundesanzeiger Verlag, 02. Oktober 2018

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Aus Umfrageergebnissen: Was belastet Pflegekräfte?

  • 59 % sind unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, Hauptgrund: der Zeitdruck (87%).
  • 49 % würden sich im Nachhinein nicht wieder für den Pflegeberuf entscheiden, Hauptgründe sind dabei das schlechte Gehalt (82%) und der Personalmangel (79%).
  • 93 % sagen, dass die Arbeitsbelastung in den letzten zwei Jahren angestiegen ist.
  • 78% können sich nicht vorstellen, den Beruf bis zum 67. Lebensjahr auszuüben, Hauptgründe sind die körperliche Belastung (77%) und der Personalmangel (64%).
  • Nur 21 % sind dadurch motiviert, dass sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen.

Was sich aus Sicht der Pflegekräfte demnach ändern muss

Neben angemessenerem Gehalt und mehr qualifiziertem Personal ist ein Kernanliegen, mehr Zeit zu haben für die Pflege. Es folgen Forderungen nach mehr Eigenverantwortung, weniger Bürokratie, mehr Wertschätzung des Pflegeberufs, bessere Arbeitsbedingungen.

Eine hochwertige Ausbildung und Ausbildungsvergütung sind das eine. Das Element der Berufung zur Pflegearbeit, der Sinn der Tätigkeit bleiben zwangsläufig nach wie vor im Zuge der Ökonomisierung auf ein Minimum reduziert. Der Konflikt zwischen dem ursprünglichen Berufsideal und dem betrieblichen Alltag ist mit besserer Ausbildung nicht zu lösen.
Solange private Anbieter in der Pflegebranche den Markt erobern, hohe Wachstumsraten für Profit schaffen, dem Gesundheitssystem öffentliches Geld und Versichertenbeiträge entziehen um Anlegern Gewinne zu präsentieren, bleibt organisierter Abwehrkampf von Gesundheitsberuflern, Patienten und (noch) Nichtpatienten auf der Tagesordnung.