Die Pflegekampagne

Das Gesundheitswesen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten zu einem Gesundheitsmarkt umorganisiert worden. Konkurrenz und Gewinninteresse bestimmen zunehmend das Versorgungsgeschehen.
Ob Krankenpflege, Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf stationär und ambulant – überall herrscht Pflegenotstand. Die Pflegekräfte sind per Dauerstress überlastet, weil Kostendruck, Markt- und Profitorientierung im Widerspruch zu ihrer Berufshaltung sowie zu den Erfordernissen stehen. Motivation und Identifikation mit der ethisch-human anspruchsvollen Berufsaufgabe und den hohen professionellen Anforderungen sind für viele Pflegekräfte unmöglich gemacht, so dass viele von ihnen aus dem Beruf flüchten. Vor allem kann Pflegenotstand für Patientinnen und Patienten gesundheits- und sogar lebensbedrohliche Folgen haben.

Pflege – Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge

DIE LINKE versteht Pflege als eine Aufgabe der Gesellschaft und damit als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die praktizierte Übertragung an private Anbieter hat die Probleme nicht gelöst. Eine Politik, die gerecht und solidarisch ist, kann eine effektive, menschenwürdige und an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Pflege und Betreuung organisieren und finanzieren.
DIE LINKE arbeitet für ein solidarisches, bedarfsgerechtes und barrierefreies Gesundheitssystem, in dem gute Versorgung der Patientinnen und Patienten der Maßstab ist und mit dem kein Profit gemacht werden darf. Gesundheit ist keine Ware, Krankenhäuser sind keine Fabriken. Menschen mit Pflegebedarf sind keine Kunden. Sie können nicht wie auf Konsumgüter auf Versorgung verzichten. Lebensrisiken wie Hilfebedürftigkeit sind nicht Privatsache. Mit einem Kundenstatus würde ein gesellschaftlicher Standard aufgegeben, der in langen Auseinandersetzungen über Jahrzehnte erkämpft wurde. Soziale Sicherung ist öffentliches Gut, das jedem zuteil wird unabhängig von seiner persönlichen Lebenssituation.

Geld ist genug da

„Sachzwang“ als vorgeschobener Hinderungsgrund verschleiert, dass es demokratische Gestaltungsoptionen gibt, die gegebenenfalls durchgesetzt werden müssen. Das Geld, das in der Pflege fehlt, ist in den auf 40 Milliarden EURO erhöhten Rüstungsausgaben enthalten. Des Weiteren waren Milliarden EURO im dreistelligen Bereich zur Bankenrettung da. Ein vergleichsweise überschaubarer Teil davon hätte genügt, die Misere des Pflegenotstands zu beenden. Die Regierung kann und soll zum Wohle der Bevölkerung handeln anstatt Profitinteressen von Banken und Konzernen zu bedienen. Nicht mehr und nicht weniger verlangt die Kampagne.

Mehr zum Thema

Der Pflegenotstand im Krankenhaus, bei der pflegerischen Versorgung zu Hause und in Bezug auf Pflegearbeit in stationären Einrichtungen erfordert unterschiedliche Maßnahmen der Abhilfe. Im Folgenden sind zu den verschiedenen Aspekten Forderungen und Handlungsschritte dargestellt.

Unsere Forderungen

Wir wollen ein solidarisches, gerechtes und barrierefreies Gesundheitssystem. Wie das gehen kann fassen wir hier zusammen.

Was wir machen

DIE LINKE setzt sich seit ihrer Gründung 2007 für Verbesserung der pflegerischen Versorgung für die Einwohner*innen in der StädteRegion ein. Das umfasst Arbeit in den Räten wie auch außerparlamentarische Aktivitäten. Erfahrungsgemäß sind Fortschritte durch kontinuierliches Dranbleiben in der Sache möglich.

In über 10 Jahren haben wir gelernt, was weiterhilft und womit wir nicht weitergekommen sind. Runde Tische, Absichtserklärungen von Regierungsparteien in Wahlkampfzeiten, mit Veranstaltungen zwecks Ruhigstellung zu Recht aufgebrachter Betroffener lassen wir nicht durchgehen.

Mach mit

Nichts von den genannten Zielen kann allein mit einem guten Plan und der notwendigen Sachkenntnis erreicht werden. Wie immer kommt es auch hier auf die Machtfrage an: Wer macht es?
Möglichkeiten gibt es für jede/n. Ob von zu Hause aus eigenen Erfahrungen, Ideen und/oder Sachkenntnisse mitzuteilen, bei Aktivitäten dabei zu sein, jeder noch so klein scheinende Beitrag ist wichtig und kann ausschlaggebend sein.