Arbeitsbedingungen in der Pflege. Denkbar schlechte Aussichten.

Die Arbeitnehmerkammer hat die dritte Auswertung ihrer Befragung „Koordinaten der Arbeit“, dieses mal mit dem Schwerpunkt Arbeitsbedingungen in den Gesundheits- und Pflegeberufen, herausgegeben. Zwar sind die Ergebnisse nicht überraschend, aber trotzdem erschreckend.

Aus der Auswertung geht hervor, dass Beschäftigte in Pflegeberufen zwar deutlich mehr, als in den anderen Berufsgruppen, von der gesellschaftlichen Relevanz ihres Berufs überzeugt sind, sie sich jedoch trotzdem unterdurchschnittlich anerkannt fühlen. Dazu tragen besonders schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen bei. So geben beispielsweise die Hälfte der Beschäftigten an, nicht bis zur Rente arbeiten zu können und auch die Flucht in die Teilzeitarbeit ist charakteristisch für das Berufsleben der Beschäftigten in Pflegeberufen.

Quelle: taz, 14.01.2019
Schnase, Simone: Arbeitsbedingungen in der Pflege. Denkbar schlechte Aussichten.

Wir brauchen einen Imagewechsel in Pflegeberufen

Wie in dem Artikel auch festgestellt wird, fehlt es überall an Pflegekräften. Auch DIE LINKE fordert 100.000 Pflegekräfte mehr in Krankenhäusern und 40.000 in Altenpflegeeinrichtungen. Doch bereits jetzt sind Stellen in diesen Berufen häufig unbesetzt. Die Gründe dafür zeigt die Studie der Arbeitnehmerkammer deutlich auf.

Nur, wenn reale Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und eine Abkehr der Profitmaximierung im Gesundheitsbereich vollzogen sind, werden mehr Menschen Pflegeberufe wieder als Option in Betracht ziehen.