Altenpflege – Geld verdienen mit Pflege

Auf Zeit online befasst sich die Autorin Tina Groll in einer dreiteiligen Analyse mit der Frage, wie Investoren, besonders ausländische, mit dem Kauf von Pflegeheimen Profite machen.
Unter anderem garantiert das sogenannte buy and build Prinzip Gewinne. Heime werden gekauft, nach Logik der Gewinnmaximierung umorganisiert und wieder verkauft, dieses mal aber wesentlich teurer.
Im laufenden Betrieb sind es letztlich Einsparungen bei Investitionen und dem Personal, die den Profit garantieren. In dem Artikel kommen VertreterInnen verschiedener Organisationen zu Wort und betrachten die Vorgehensweisen der Investoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So unter anderem GewerkschaftsvertreterInnen, Investoren, der Sozialarbeiter Claus Fussek oder einzelne Beschäftigte.

Quelle: Zeit online, 23.12.2018
Groll, Tina: Altenpflege – Geld verdienen mit Pflege

Gesundheit darf keine Ware sein

Die Autorin stellt in knapper Form gut dar, inwiefern es für Investoren möglich ist, mit Pflegeheimen Geld zu verdienen. Doch einzig die Gewerkschaftsvertreterin Sylvia Bühler, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit der ver.di, benennt das Gesundheitssystem als das, was es sein sollte: Eine Daseinsvorsorge. Natürlich ist es zur reinen Informationsbeschaffung wichtig zu verstehen, inwiefern Pflegeeinrichtungen für den Profit der Investoren heruntergewirtschaftet und Beschäftigte ausgebeutet werden, doch sollte die Frage, die hier immer mit gestellt werden muss doch sein: Möchten wir, dass ein Gesundheitssystem den Profiten oder den Pflegebedürftigen dient? Für uns Linke ist die Antwort ganz klar. Pflege ist für die Menschen da! Aus diesem Grund fordern wir die Rekommunalisierung der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Gesundheit darf keine Ware sein.
Auch die Autorin Tina Groll kommt schlussendlich zu dem Ergebnis:
„Am Ende scheinen Gewinnerwartungen und gute Pflege nicht wirklich zusammenzupassen. Die großen Heimbetreiber mögen einiges tun, damit es nicht zu Missständen kommt. Aber jeder Cent, der als Umsatz entnommen wird, fehlt in der Konsequenz für die Pflege.“.